Die Geschichte der Familie STAINER ab dem Napoleonkrieg

„Geht nicht“, das gibt’s in dieser Familie nicht!

Die Stainers: Sie repräsentieren ein Stück Zeitgeschichte im Pinzgau – und sind heute bereits in fünfter Generation am Puls der Zeit.

Diese Familie prägte das untere Saalachtal wie kaum eine andere: als größter Arbeitgeber der Region, als energischer Fremdenverkehrs-Motor, mitunter als Bürgermeister.

Firmengeschichte
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Josef Stainer, direkter Nachfahre des Tiroler Freiheitskämpfers Johann Jakob Stainer, war 1847 von Waidring in den Salzburger Nachbarort Lofer übersiedelt. Im „Maurermeisterstadl“ errichtete er mit Gattin Anna seine erste Tischlerei. Josef, der Älteste der zehn Kinder, sollte diese übernehmen, wanderte aber nach Amerika aus. Denn die Zeiten waren schlecht, die Pferdekutschen-Ära ging zu Ende. Durch die neue Eisenbahn auf der Salzachstrecke war Lofer – zuvor wichtiger Verkehrsknotenpunkt – für Reisende „links liegengeblieben“. „Wenn die Menschen nicht mehr zu uns kommen, muss man sie herbringen„, dachten sich Stainers jüngere Söhne Johann, Michael und Peter und organisierten Kutschenfahrten von den 25 km entfernten Zugstationen. So bauten sie als geschickte Werbestrategen die Erfolgsgeschichte des Tourismus im Tal sukzessive auf. Auch betrieblich zogen sie an einem Strang, gründeten 1896 die „Brüder J., M. u. P. Stainer OHG“, die außer der vom Vater übernommenen Tischlerei auch eine Malerwerkstatt und Möbelmalerei sowie ein Baugeschäft umfasste.

Allein, bereits ein Jahr nach dem großen Betriebsbau zerstörte 1899 das „Jahrhundert-Hochwasser“ in Lofer den größten Teil! Firmenchefs leichteren Kalibers hätten wohl aufgegeben. Nicht die Stainers! Sie waren und blieben „Stehauf-Männer“! Alsbald gingen ihre gediegenen Vollholzmöbel in viele Kronländer der damaligen Monarchie. Vor allem profitierte das Trio von den Bauaufträgen des Millionärs und Schloss-Grubhof-Besitzers in St. Martin, Hermann Schmidtmann.

Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die dritte Generation das Unternehmen weiter, in der vierten ging die Tischlerei 1979 in Flammen auf. Peter Stainer betrieb sie – bis zu seinem frühen Tod 1982 – an einem anderen Standort weiter. Zuvor hatten sich zwei aus der jungen Stainer-Linie bereits vom Unternehmen abgespaltet: Waldemar (heute 72) hatte seine eigene Malerei und Raumausstattung gegründet. Sein Sohn Waldemar ist heute malender Künstler, Tochter Renate Gattin des renommierten „Holzbau-Meiberger“-Unternehmers. Arno hatte sich mit Möbelmalerei, Schilderherstellung und „Lüftlmalerei“ selbständig gemacht – und ebnete damit den Weg für die fünfte Generation in der Stainer-Firmengeschichte.

Ein Weg mit vielen „up and downs“: Die gute Auftragslage erhielt durch die Ölkrise in den 1970ern einen ersten Dämpfer. Wirtschaftliche Rückgänge, Schulden, Kreditsperren waren die Folge. „Da brauchst a gutes Nervenkostüm„, so Arno Stainer sen. rückblickend. Der Hobby-Weltreisende stand alles mit Bravour durch und erweiterte sogar: „Siebdruck Stainer“ wich 1996/97 aus Platzgründen in das neu gebaute Unternehmen nach St. Martin aus. Die 2.000 qm2 große Produktionsfläche wuchs an auf 4.000, später auf 6.000.

Nie ließ man sich von Umwälzungen niederdrücken. Als innerhalb von zwei Jahren das Hauptgeschäft – das Bedrucken von Skiern und Snowboards – komplett wegbrach, begann im Unternehmen die neue Zeit mit Glas- und Digitaldruck. Auf diesem Gebiet ist Sohn Arno – seit der Pensionierung des Vaters 2005 alleiniger Firmenchef – heute eine internationale Größe. Tokios größtes Werbeunternehmen ließ eine Glasfassade von ihm bedrucken. In New York wird der weltbekannte Künstler Urs Fischer mit Aufträgen bestückt. Im Inland sind Altholz-Drucke der Renner. Für extravagante Aufträge, etwa für ein spanisches „Duftbuch“, ist dieser Betrieb ein Geheimtipp. Bruder Robert ist gelernter Touristiker. Als neuer Besitzer seines Sommer- und Winter-Campingplatzes in Grubhof, St. Martin, erhielt er internationale Auszeichnungen.

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Das „Stainer-Gen“ bedeutet viel Risikobereitschaft unter dem Motto: „Wenn alles schief geht, erfinden wir die Welt neu“

(Zitat Arno Stainer jun.)

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